Manuelle Therapie: Osteopathie / Chiropraktik

Osteopathie

In der Pferdeosteopathie, der Adaption einer aus der Humanmedizin stammenden inzwischen über 100 Jahre alte Behandlungsform, die von dem Humanmediziner Dr. A. T. Still aus den USA begründet wurde, werden Beschwerden, die die Bewegung einschränken und von den Knochen ausgehen, behandelt.

Ein Pferd muss sich frei von Schmerzen und Blockaden bewegen können, um seinen täglichen Aufgaben in Sport und Freizeit leistungsbereit bewältigen zu können. Wenn dies nicht mehr uneingeschränkt möglich ist, entstehen – einfach ausgedrückt – zunächst Verspannungen der umliegenden Muskulatur, die möglicherweise Erkrankungen nach sich ziehen.

Ich behandele nicht eine Krankheit im eigentlichen Sinn, sondern gehe den Ursachen für die Bewegungsstörungen des Pferdes unter ganzheitlichen Gesichtspunkten und unter Zuhilfenahme der bildgebenden Diagnoseverfahren des Tierarztes auf den Grund. Häufig ist der Auslöser einer Erkrankungen, die sog. Primärläsion, nicht vordergründig wahrnehmbar. Die Mobilität des Pferdes wird gezielt untersucht und mögliche Fehlfunktionen durch Prüfen der Gelenke, der Muskeln, des Bindegewebes und der Hirnhäute des Pferdes erkannt und diese werden dann behandeln und behoben.

Durch die wieder gewonnene Beweglichkeit werden die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert, so dass sich der Körper aus eigener Kraft stabilisieren kann.

Leben ist Bewegung – Bewegung ist Leben

Schwerpunkte beim Pferd sind die komplette Wirbelsäule und die Extremitäten. Aber auch die Kopfgelenke und besonders das Kiefergelenk sind oft in Mitleidenschaft gezogen.

Indikationen:

  • unterschiedliche Formen von Lahmheit
  • gestörte Bewegungsabläufe in den Grundgangarten
  • nach einem Sturz oder Unfall
  • Probleme bei Stellung und Biegung des Pferdes
  • nach Komplikationen beim Abfohlen
  • bei schlechter Kopf-, Hals- oder Schweifhaltung
  • Rückenprobleme
  • ungewohnte Steifheit
  • Schmerzanzeichen
  • Widersetzlichkeiten gegen Reithilfen

Von daher geht einer osteopathischen Behandlung in jedem Fall eine ausführliche Lahmheitsdiagnose und Ganganalyse voraus.

Der Osteopath ersetzt jedoch in keinster Weise den Tierarzt oder irgendwelche bildgebenden Diagnoseverfahren!

Aufgabe des Pferde-Osteopathen ist es außerdem, negative Einflüsse zu erkennen.

Dazu gehört, sowohl einen eventuell schlecht angepassten Sattel oder einen mangelhaften Hufbeschlag zu erkennen, als auch falsche Bewegungsabläufe oder ein dem Pferd schadenden Reitstil in Zusammenhang mit den zu behandelnden gesundheitlichen Störungen zu sehen, und diese Missstände – oft in Zusammenarbeit von Sattler, Hufschmied, Zahnarzt oder geeignetem Reitlehrer – zu beheben.

in Ergänzung hierzu: die Cranio-Sacral-Therapie:

Die Cranio-Sacral-Therapie (“Schädel-Kreuzbein-Therapie”) ist eine alternativmedizinische Behandlungsform, die sich aus der Osteopathie entwickelt hat. Es ist ein manuelles Verfahren, bei dem Handgriffe vorwiegend im Bereich des Schädels und des Kreuzbeins ausgeführt werden.

Dieses Beweglichmachen der Hirnhäute und ihrer Ansätze, sowie die Mobilisation der einzelnen Schädelknochen sind eine effiziente Ergänzung zur osteopathischen Therapie.

Dem zugrunde liegt der rhythmischen Fluss des Gehirnwassers (Liquor cerebrospinalis), dessen Rhythmus tastbar ist. Dieser Rhythmus überträgt sich auf die einzelnen Knochen, vom Schädel (Kranium) bis zum Kreuzbein (Sacrum).

Das cranio-sakrale System umfasst insgesamt:

  • die Schädelknochen
  • die Hirn- und Rückenmarkshäute
  • das Kreuzbein
  • die Hirn- und Rückenmarkflüssigkeit (Liquor)
  • das Gehirn

Am Beginn einer Behandlung steht das Ertasten des individuellen Primären Atem-Mechanismus’ (PAM). Mit Hilfe sanfter manueller Techniken an Schädelknochen, Membranen und am Bindegewebe werden bestehende Einschränkungen behutsam aufgelöst.

Chiropraktik

Die Chiropraktik umfasst das Studium der Entstehung von vertebral ausgelösten, gesteuerten oder unterhaltenen Krankheitszuständen sowie die Technik ihrer Behandlung durch eine spezielle, gezielte manuelle Therapie: die chiropraktische Reposition. Diese Korrektur von Gefügestörungen erstreckt sich auf die veränderten statischen Verhältnisse des Körpers ganz allgemein, im besonderen auf die der Wirbelsäulen- und Beckenzone sowie der unteren Extremitäten, deren statische Abweichungen die Wirbelsäule in ihren Gelenkverbindungen maßgeblich beeinflussen.

Chiropraktik behandelt in erster Linie das Nervensystem über die Justierung von Wirbeln und Gelenken. Chiropraktik im heutigen Sinne hat sich im 19. und 20. Jahrhundert aus der Osteopathie entwickelt.

Entstehung des Begriffs Chiropraktik

Die Bezeichnung „Chiropraktik“ für die Handgriffmedizin entstand erst um 1890 in Amerika. Die Entstehung des Begriffs geht auf den Amerikaner David Daniel Palmer (1845-1930) zurück. Er setzte den Begriff „Chiropraktik“ aus zwei griechischen Worten zusammen: „cheir“ (Hand) und „practicos“ (tätig), also: „mit der Hand tätig werden“ oder „be-handeln“. Palmer kam in der moderneren Geschichte der „Handgriffmedizin“ eine Schlüsselrolle zu. Jedoch war er weder Arzt noch Doktor, sondern behandelte Krankheiten durch Hand auflegen.

Die Realität: Osteopathie vs. Chiropraktik

In meiner Praxis hat sich aus der Erfahrung heraus gezeigt, dass man keinen Unterschied machen kann, im Sinne von: „Das war jetzt eine rein chiropraktische Manipulation“ oder „Das war eine rein osteopathische Manipulation“. Schlussendlich ist das Ziel ja doch immer das gleiche: Alles soll wieder zurück an seinen anatomisch korrekter Platz! Sofern das noch möglich ist.

Die philosophischen Denkansätze der Problementstehung sind etwas unterschiedlich, Der Begründer der Osteopathie war ein Arzt, wohingehend der Begründer der Chiropraktik ein Magnetopath war, beide entstanden sogar recht zeitnah in Amerika.

Der Vorwurf der Chiropraktiker, die Osteopathen arbeiten mit bänderschädigenden längeren Hebeln ist m.E. so nicht haltbar, da auch bei kurzhebeligen, intensiven Thrusts auf die Bänder ein heftiger Zug ausgeübt wird. Es ist alles eine Frage dahin gehend, wie das umliegende Gewebe auf die Manipulation vorbereitet wurde und mit welcher Einwirkung der Thrust gesetzt wird.

Wie immer im Leben kommt es darauf an, mit welcher Sorgfalt, fundierter Kenntnis der Anatomie und Biomechanik, Fingerspitzengefühl und Sensorik der Therapeut arbeitet. Außerdem akupunktiere und bestrahle ich nach jeder Behandlung, um eventuell entstehenden Entzündungsreizen direkt entgegenzuwirken – egal nach welcher Technik.

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